Niedersächsische Staatskanzlei klar

Bildung und Berufsorientierung, Hochschulische Bildung, Lebenslanges Lernen

Berufliche Bildung und Berufsorientierung im demografischen Wandel

Eine der wichtigsten Herausforderungen im demografischen Wandel ist es, dem prognostizierten und zum Teil schon bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Um diese Ziel zu erreichen, sind folgende Herausforderungen der beruflichen Bildung und Berufsorientierung im demografischen Wandel zu meistern: Es gibt einen Konsens im Land, dass es flächendeckend und verpflichtend in jeder allgemein bildenden Schule ein Berufsorientierungskonzept geben muss. Wenn die jungen Menschen besser zu reifen Berufswegentscheidungen geführt werden, können Umwege vermieden (Übergangssystem) und Abbrüche verringert werden. Das Übergangssystem muss zunächst auf seine Kernaufgaben im Sinne der Herstellung der Ausbildungsreife zurückgeführt werden. Es sollte zukünftig anstelle des Übergangssystems ein Einstiegssystem in die Berufsausbildung geben. Wenn die Angebote des Übergangssystems konsequent auf die für schwächere Schülerinnen und Schüler notwendigen Angebote konzentriert werden und eine angemessene Zugangslenkung erfolgt, dann steigt der Anteil der Jugendlichen, die direkt in eine duale Berufsausbildung bzw. in eine anders geregelte Berufsausbildung einmünden. Wenn die Entscheidungsvorbereitung der Berufswahl und der Übergang in die Ausbildung gelingen sollen, dann muss es eine Zusammenarbeit aller beteiligten Akteurinnen und Akteure im Sinne von guter Information und Interaktion geben.

Als mögliche Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels hat das Zukunftsforum bewährte Praxisbeispiele zu beruflicher Bildung und Berufsorientierung (PDF, 1,93 MB) zusammengestellt. Bei den Modellen und Empfehlungen handelt es sich sowohl um vor Ort bereits praktizierte und bewährte Vorhaben als auch um neu initiierte Projektideen.

Hochschulische Bildung im demografischen Wandel

Die Hochschulische Bildung steht angesichts dauerhaft hoch bleibender Studierendenzahlen vor der Herausforderung, Wachstum zu steuern. Eine wesentliche Herausforderung besteht in der Bereitstellung eines professionellen Übergangsmanagements von der Schule oder aus dem Beruf in die Hochschule. Ziel muss sein, dass Studieninteressierte dem Bildungssystem nicht durch falsche Studienwahl verloren gehen und dass möglichst viele Studieninteressierte für sie passende Studienangebote im Bereich der regionalen Arbeitsmärkte identifizieren und wählen. Ebenso müssen die Übergänge von der Hochschule ins regionale Beschäftigungssystem systematisch flankiert werden. Hier sind vor allem der Übergang ohne Studienabschluss in das regionale Beschäftigungssystem sowie der Übergang von weniger praxisnahen universitären Studiengängen in den regionalen bzw. landesweiten Arbeitsmarkt zu nennen, bei denen noch Nachsteuerungsbedarf besteht. Schließlich ist eine gelebte Willkommenskultur von großer Bedeutung. Hochschulen können mehr als bisher als Magneten der Bevölkerungsentwicklung wirken, wenn sie nicht nur deutsche, sondern auch nichtdeutsche Studierende systematisch anziehen und ihnen Bleibechancen eröffnen.

Als mögliche Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels hat das Zukunftsforum bewährte Praxisbeispiele zu hochschulischer Bildung (PDF, 1,80 MB) zusammengestellt. Bei den Modellen und Empfehlungen handelt es sich sowohl um vor Ort bereits praktizierte und bewährte Vorhaben als auch um neu initiierte Projektideen.

Lebenslanges Lernen

Der Anspruch eines Lebenslangen Lernens ist, eine lange - und vor dem Hintergrund der Alterung der Gesellschaft immer länger werdende - Zeitspanne zu gestalten und vielfältigen Bildungsbiographien Rechnung zu tragen. Dies erfordert die Koordinierung von Akteuren, Themen, Zielsetzungen und Bestätigungssystemen, die auch dazu beitragen soll, bestehende Unübersichtlichkeiten des Angebots zu reduzieren, Anerkennungssysteme zu systematisieren und neue Modelle für die Weiterbildung zu entwickeln (zum Beispiel Offene Hochschule). Da Bildung ‚vor Ort' stattfindet, ist die Kooperation sämtlicher regionaler Akteurinnen und Akteure (Bildungs- und Beratungseinrichtungen, Verwaltung, Wirtschaft, zivilgesellschaftliche Organisationen) notwendig, denn die regionalen Verantwortlichkeiten sind breit gefächert - gerade bei einem breit verstandenen Bildungsbegriff. Bei sinkenden Bevölkerungszahlen und vielfältigerer Zusammensetzung der Gesellschaft muss die Zugänglichkeit zu Weiterbildungsreinrichtungen für alle Bevölkerungsgruppen erleichtert und die Durchlässigkeit der Säulen des Bildungssystems ermöglicht werden. Hierzu bedarf es Beratungs- und Unterstützungsangebote, sowie Informations- und Finanzierungsmöglichkeiten für Personenkreise, die die bestehenden Angebote bislang wenig nutzen. Gleichzeitig sollten Weiterbildungsangebote verstärkt so gestaltet werden, dass sie einen zeitlich und räumlich flexiblen Zugang ermöglichen und sich an den Bedürfnissen in unterschiedlichen Lebensphasen orientieren. Schließlich bedarf es einer weiteren Qualifizierung und Modernisierung von Weiterbildungs- und Fortbildungseinrichtungen sowie eines klaren Qualitätsbekenntnisses der Bildungsanbieter. Auch ist es im Hinblick auf zunehmende räumliche Mobilität und Vielfalt der Angebote notwendig, die Zertifizierung, Akkreditierung, Anerkennung und Anrechenbarkeit von Weiterbildungsmaßnahmen zu gewährleisten.

Als mögliche Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels hat das Zukunftsforum bewährte Praxisbeispiele zu lebenslangem Lernen (PDF, 1,67 MB) zusammengestellt. Bei den Modellen und Empfehlungen handelt es sich sowohl um vor Ort bereits praktizierte und bewährte Vorhaben als auch um neu initiierte Projektideen.

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