Niedersächsische Staatskanzlei klar

Entwicklungspolitische Leitlininien des Landes Niedersachsen

Mit den Entwicklungspolitischen Leitlinien hat die Niedersächsische Landesregierung die Weichen gestellt zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele (engl. Sustainable Development Goals). Diese Ziele sind im Jahr 2015 auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York beschlossen worden.

Die Leitlinien zeigen die Grundprinzipien der niedersächsischen Entwicklungspolitik auf und benennen gleichzeitig konkrete Handlungsfelder. Entwicklungspolitik wird zur Querschnittsaufgabe der Ressorts, die sich durch alle Bereiche der Landespolitik zieht. Dies spiegelt sich bereits in den festgelegten Schwerpunkten der Zusammenarbeit mit der Provinz Eastern Cape in Südafrika und mit Tansania wider. Vorgesehen sind nachhaltige Projekte von der beruflichen Bildung bis zum Klimaschutz, vom Jugendaustausch in Schule und Sport bis zum Wasser- und Abfallmanagement sowie zur Energieeffizienz.

Vor dem Hintergrund der gefährlichen Wege für Armutsflüchtlinge, insbesondere aus afrikanischen Staaten über das Mittelmeer, gewinnt die Entwicklungszusammenarbeit immer mehr an Bedeutung. Fluchtursachen müssen in den Herkunftsländern bekämpft werden. Südafrika und Tansania sind wichtige Aufnahmeländer für Binnenflüchtlinge in Afrika. Wenn wir die Strukturen vor Ort unterstützen, helfen wir, Konflikte um Ressourcen und Beschäftigungsmöglichkeiten zu vermeiden. Ein wichtiger Förderschwerpunkt der Landesregierung in den Partnerregionen in Subsahara-Afrika ist deshalb die berufliche Bildung. Es gilt, jungen Menschen Zugang zu guter Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen und ihnen eine Lebensperspektive in ihrer Heimat zu eröffnen.

Mit entwicklungspolitischer Bildungsarbeit in Schulen und in der Erwachsenenbildung soll über die Auswirkungen der Globalisierung und die Ursachen von Flucht und Migration aufgeklärt werden. Ein nachhaltiger Lebensstil wird vermittelt. Wirkungsvolle Instrumente nachhaltigen Wirtschaftens sind Fairer Handel und Faire Beschaffung, zu der sich die Landesregierung bereits gesetzlich mit dem Tariftreue- und Vergabegesetz verpflichtet hat.

Die Entwicklungspolitischen Leitlinien zielen zudem auf eine Stärkung der zivilgesellschaftlichen Organisationen in Niedersachsen ab, die sich - ganz überwiegend ehrenamtlich - in der Entwicklungspolitik engagieren.

Zum Hintergrund:

Die UN-Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele haben die sogenannten Millenniumsziele abgelöst, die von 2010 bis 2015 auf die Bekämpfung von Hunger und extremer Armut in Entwicklungsländern konzentriert waren. Mit der ehrgeizigen „2030-Agenda" vollzieht die Staatengemeinschaft einen Paradigmenwechsel von der klassischen „Entwicklungshilfe" für die ärmsten Länder der Welt zu Nachhaltigkeits- und Entwicklungszielen, an die alle Länder - auch die sogenannten Industrieländer - gebunden sind. Sie umfasst 17 Ziele mit 169 Unterzielen, die bis 2030 eine weltweite nachhaltige Entwicklung in wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragen befördern sollen.


Am 01.02.2017 fand in Hannover die Veranstaltung „Entwicklungspolitische Leitlinien des Landes Niedersachsen - Gemeinsames Handeln für nachhaltige Entwicklung" als Kooperationsveranstaltung der Staatskanzlei mit dem Studieninstitut des Landes Niedersachsen statt. In verschiedenen Vorträgen, Diskussionen und Workshops wurden die Inhalte der Entwicklungspolitischen Leitlinien thematisiert und über deren Umsetzung als Querschnittsaufgabe, die breit in der Landesverwaltung verankert werden soll, informiert. Auch die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung und ihre 17 Ziele (Sustainable Development Goals -SDG -) war Thema und es wurde darüber informiert, dass sie als globaler Weltzukunftsvertrag den Rahmen für alle Politikbereiche, von der Wirtschafts-, Sozial-, Umwelt- und Finanzpolitik über die Agrar- und Verbraucherschutzpolitik bis zu Bildung, Gesundheit, Verkehr und Stadtentwicklung bildet. Eine inhaltlich vertiefte Diskussion in Workshops fand zu den Themen „Beschaffung und fairer Handel", „Bildung für nachhaltige Entwicklung" und „Klimaschutz und Ressourceneffizienz" statt.

Die 75 Teilnehmenden kamen größtenteils aus der Landes- und Kommunalverwaltung und aus Verbänden.

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