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Umweltminister Olaf Lies ergreift Initiative zum konsequenten Umgang mit dem Wolf

Das Landeskabinett hat am (heutigen) Dienstag beschlossen, eine Initiative zum Umgang mit dem Wolf in den Bundesrat einzubringen.

Ziel der Initiative ist es, der in Deutschland bzw. Niedersachsen zu erwartenden Entwicklung der Wolfspopulation mit konsequentem staatlichem Handeln begegnen zu können. Hierzu zählt auf der einen Seite dem strengen Schutz dieser Tierart gerecht zu werden und auf der anderen Seite die damit verbundenen Belastungen für betroffene Nutztierhalter abzumildern und entstehende Schäden bestmöglich auszugleichen. Um ernste Schäden in der Weidetier­haltung zu verhindern und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, kann es erforderlich sein, problematische Tiere zu entnehmen.

Umweltminister Olaf Lies: „Die Rückkehr des Wolfes stellt vor allem die Menschen auf dem Lande vor neue Herausforderungen. Deshalb ist die Akzeptanz gerade dort der Schlüssel für den erfolgreichen Artenschutz eines großen Beutegreifers wie dem Wolf. Ein bedingungslo­ser Schutz auch problematischer Wölfe würde jedoch in eine Sackgasse führen. Wir brau­chen daher in allen Bundesländern ein abgestimmtes Vorgehen und Rechtssicherheit. Dafür wollen wir im Bundesrat werben.“

In Niedersachsen befindet sich derzeit einer der Verbreitungsschwerpunkte des Wolfs in Deutschland. Die dynamische Populationsentwicklung und die große Mobilität der Wölfe macht eine bundesweite Betrachtung des Umgangs mit dem Wolf erforderlich. Insbesondere im Zusammenhang mit der Tierhaltung im Freiland entstehen mit zunehmendem Wolfsbe­stand zum Teil erhebliche Konflikte. Daher sollen möglichst frühzeitig übergeordnete Kon­zepte für einen zukünftigen Umgang mit dem Wolf erarbeitet und zwischen den Bundeslän­dern und dem Bund abgestimmt und umgesetzt werden. Darüber hinaus können Erfahrun­gen und Lösungsansätze auch aus anderen EU-Mitgliedstaaten bei der Weiterentwicklung eines nationalen Wolfsmanagements ggf. weiterhelfen und übertragen werden. So kann der in Frankreich eingeschlagene Weg als Beispiel dienen. Dort kann sich die Population kontrol­liert in Richtung eines günstigen Erhaltungszustands entwickeln.

Im Einzelnen geht es um die folgenden Aspekte:

  • die Erstellung eines nationalen Konzepts zum Umgang mit dem Wolf wird gefordert unter Berücksichtigung der Belange der Sicherheit der Menschen und der Belange der Tierhalterinnen und Tierhalter – in Abhängigkeit von naturräumli­chen Gegebenheiten und Haltungsformen
  • die Regelungen der FFH-Richtlinie sollen vollständig in Bundesrecht umgesetzt werden, um die Palette der Ausnahmetatbestände zu erweitern, die eine Entnahme von Tieren mit problematischen Verhalten ermöglichen
  • die Vorgehensweise des Nachbarlandes Frankreich im Umgang mit dem Wolf soll eingehend auf die Umsetzungsmöglichkeit einzelner Aspekte daraus auch in Deutschland ge­prüft werden
  • die Grenzen der Toleranz für Annäherungen an menschliche Einrichtungen und die Möglichkeiten, „wolfsfreie“ Bereiche zu definieren, sollen vom Bund dahingehend geprüft wer­den, dass Rechtssicherheit hergestellt wird
  • der Erhaltungszustand des Wolfs soll künftig jährlich und nicht mehr nur alle sechs Jahre überprüft und berichtet werden
  • das Monitoring der westpolnisch-zentraleuropäischen Wolfspopulation soll möglichst im Verbund mit Polen erfolgen
  • die Möglichkeiten, Präventionsmaßnahmen mit 100 % statt 80 % zu fördern, und dabei auch Arbeitskosten und Haltungskosten für Herdenschutzhunde zu berücksichtigen, sol­len geprüft bzw. geschaffen werden
  • die Weidetierhaltung im Offenland soll durch eine spezielle Prämie honoriert werden
  • ein nationales Herdenschutzzentrum zur Auswertung der länderspezifischen Erfahrungen und Beratung soll ins Leben gerufen werden

Presseinformationen
Artikel-Informationen

25.09.2018

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946
Fax: 0511/120-6833

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