Niedersächsische Staatskanzlei

Delegationsreise in die Normandie: Verantwortung für Frieden, Freiheit und Demokratie

Bühne mit blauem Bühnenlicht, eine Person steht am Rednerpult mit der Aufschrift „Prix Liberté“, dahinter Menschen in einer Reihe. Rechts davon stehen offiziell gekleidete Personen. Im Hintergrund ist groß das Wort „LIBERTÉ“ beleuchtet.   Bildrechte: StK
Verleihung des „Prix Liberté“ im Zénith de Caen vor rund 4.000 Gästen, darunter rund 3.500 Schülerinnen und Schüler aus der Normandie sowie Delegationen von Jugendlichen aus Deutschland und den USA.

Ministerpräsident Olaf Lies hat eine positive Bilanz der viertägigen Delegationsreise in Niedersachsens französische Partnerregion Normandie gezogen:

„Es gab viele bewegende Momente, herzliche Begegnungen, spannende Einblicke und interessante Gespräche. Wir haben unsere über 40-jährige Partnerschaft und unsere freundschaftlichen Beziehungen mit der Normandie gestärkt und ausgebaut. Die Reise hat sich in vielerlei Hinsicht sehr gelohnt.“

Kooperationsabkommen für Bildung und Jugend

In Giverny tauschte sich die niedersächsische Delegation zunächst mit Vertreterinnen und Vertretern der Regionalregierung der Normandie aus. Im Mittelpunkt standen Fragen der Bildungs-, Jugend- und Tourismuspolitik sowie der kulturellen Zusammenarbeit. Im Anschluss gab es eine Führung durch das Haus und die Gärten von Claude Monet, der Giverny zu einem international bekannten Kulturort gemacht hat. Anlässlich des Gedenkjahres zum 100. Todestag wird Monet 2026 besonders gewürdigt und als Ausnahmekünstler der Normandie gefeiert.

Nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Region Normandie, Hervé Morin, unterzeichnete Ministerpräsident Olaf Lies gemeinsam mit Morin ein neues Kooperationsabkommen für Bildung und Jugend:

„Mit dem neuen Abkommen wollen wir den Schülerinnen- und Schüleraustausch intensivieren, Begegnungen von Jugendlichen und Bildungsprojekte fördern,“ so Niedersachsens Ministerpräsident.

Verantwortung für Frieden, Freiheit und Demokratie

Wie wichtig Begegnungen und Erlebnisse vor Ort sind, konnten sechs Schülerinnen der Goetheschule Hannover erfahren, die die Delegation zu mehreren Gedenkorten sowie beim Prix Liberté begleiteten. Beim Besuch von Omaha Beach, einem der zentralen Landungsabschnitte der Alliierten am sogenannten D-Day, bekam die Delegation bei einer Führung die dramatischen Ereignisse am 6. Juni 1944 geschildert.

Anschließend folgten Besuche und Kranzniederlegungen durch Ministerpräsident Lies auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer und auf dem deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe.

Ministerpräsident Olaf Lies: „Am Omaha Beach haben tausende junge Menschen ihr Leben verloren. Davon zeugen die mehr als 30.000 Kreuze auf den Soldatenfriedhöfen – hinter jedem davon stehen bewegende Geschichten und menschliche Tragödien, beispielweise die einer US-Amerikanerin, die an einem Tag erst ein Telegramm mit der Todesnachricht ihres Ehemanns bekam und nur wenige Stunden später ein zweites Telegramm mit der Nachricht, dass auch ihr Sohn im Krieg gefallen sei. Auch bei meinen Gesprächen mit deutschen Soldatinnen und Soldaten in La Cambe und mit den Schülerinnen aus Hannover ist sehr deutlich geworden: Der Preis der Befreiung Europas war hoch. Die Opfer des Krieges und die Opfer der grausamen Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus dürfen nicht vergessen werden. Es liegt in unserer Verantwortung Frieden, Freiheit und Demokratie zu bewahren und zu verteidigen. Gerade heute, da der Frieden in Europa erneut bedroht ist, ist diese Botschaft von besonderer Bedeutung.“

Bei einem Empfang in der Abbaye aux Dames, bei dem Vertreterinnen und Vertreter der Normandie aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft mit der Delegation zusammenkamen, wurde Ministerpräsident Olaf Lies vom Vizepräsidenten der Normandie für Bildung, Bertrand Deniaud mit der Medaille der Region Normandie ausgezeichnet.

„Die Medaille ist eine besondere Ehre und ich nehme diese mit großer Dankbarkeit stellvertretend entgegen für alle Menschen in Niedersachsen, die sich für die Partnerschaft und für Versöhnung, Frieden und Freiheit eingesetzt haben und einsetzen,“ so Ministerpräsident Lies in seiner Dankesrede.

Der „Prix Liberté“ - Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart

Ein Höhepunkt der Delegationsreise war die Teilnahme an der Verleihung des „Prix Liberté“ im Zénith de Caen vor rund 4.000 Gästen, darunter rund 3.500 Schülerinnen und Schüler aus der Normandie sowie Delegationen von Jugendlichen aus Deutschland und den USA. Jugendliche zeichnen mit dem „Prix Liberté“ Personen aus, die sich in besonderer Weise für die Freiheit einsetzen – auch Schülerinnen und Schüler aus Hannover und Göttingen sind regelmäßig an der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger beteiligt. In diesem Jahr wurde der afghanische Bildungsaktivist Matiullah Wesa ausgezeichnet. Er setzt sich seit über 14 Jahren insbesondere für die Schulbildung von Mädchen in ländlichen Regionen Afghanistans ein. Fester Bestandteil des Prix Liberté ist auch die Ehrung der Veteranen. Es war ein berührender Moment für die Delegation, als die zumeist über hundertjährigen Veteranen in Rollstühlen auf die Bühne kamen und von der Halle wie Popstars gefeiert wurden.

In seinem Grußwort beim Prix Liberté lobte Ministerpräsident Olaf Lies die besondere Brücke, die der Preis zwischen Geschichte und Gegenwart sowie zwischen Erinnerung und Verantwortung baut. An die Jugendlichen gerichtet äußerte er die Hoffnung und den Wunsch, dass sie mit offenem Herzen und tiefer Überzeugung für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eintreten mögen: „Vive la liberté, vive l’Europe!“

Zusammenarbeit bei Raketenwissenschaft

Im Mittelpunkt der Besuche der Universität Caen sowie der Forschungsanlage GANIL (Schwerionenbeschleuniger) stand der Austausch über wissenschaftliche Kooperationen.

Bei einem Treffen mit der Wirtschaftsagentur AD Normandie wurden Chancen der Zusammenarbeit, insbesondere im Energiesektor, erörtert. Es wurde zudem bereits vereinbart, dass es im Nachgang weitere Gespräche und Messebesuche geben soll.

Abschließender Höhepunkt der Normandiereise war der Besuch der Delegation bei der ArianeGroup in Vernon. Dort werden Triebwerke für Trägerraketen, vor allem für die Ariane 6, entwickelt, integriert und getestet.

„Was in Veron passiert, ist echte Raketenwissenschaft und -technik auf Basis einer erfolgreichen deutsch-französischen Zusammenarbeit. Der Besuch bei dem Raumfahrt- und Verteidigungskonzern und das Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Christophe Bruneau haben sehr deutlich gemacht, dass wir in Europa einen eigenständigen Zugang zum Weltall benötigen – im Interesse der Wirtschaft und der Sicherheit, beispielsweise mit Blick auf den Schutz wichtiger Satelliten,“ sagte Ministerpräsident Lies, der von Bruneau zum Abschied noch eine Mini-Rakete geschenkt bekam.

Ein Wiedersehen mit der ArianeGroup wird es im März 2027 bei der Verteidigungs- und Sicherheitsmesse DSEI auf dem Messegelände Hannover geben.

Gruppenfoto einer Delegation aus Niedersachsen und der Normandie in einem lichtdurchfluteten Raum mit großen Fenstern und Holzbalkendecke. Die Teilnehmenden stehen nebeneinander, zwei Personen halten aufgeschlagene Dokumente in den Händen.   Bildrechte: StK
In Giverny tauschte sich die niedersächsische Delegation zunächst mit Vertreterinnen und Vertretern der Regionalregierung der Normandie aus. Im Mittelpunkt standen Fragen der Bildungs-, Jugend- und Tourismuspolitik sowie der kulturellen Zusammenarbeit.
Der Präsident der Region Normandie, Hervé Morin, und Ministerpräsident Olaf Lies. stehen in einem lichtdurchfluteten Raum mit großen Fenstern und halten jeweils aufgeschlagene, unterzeichnete Dokumente in den Händen.   Bildrechte: StK
Der Präsident der Region Normandie, Hervé Morin, hat mit Ministerpräsident Olaf Lies ein neues Kooperationsabkommen für Bildung und Jugend unterzeichnet.
Der niedersächsisches Ministerpräsident Olaf Lies steht auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Me vor einer großen Bronze-Statue vor der mehrere Kränze mit Schleifen niedergelegt sind. Die Szene wird von einem halbkreisförmigen S   Bildrechte: StK
Kranzniederlegungen durch Ministerpräsident Lies auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Me.
Ministerpräsident Olaf Lies steht in dunklem Anzug vor einem steinernen Gedenkbereich mit niedergelegtem Kranz in Schwarz-Rot-Gold. Zwei uniformierte Soldaten flankieren die Szene im Stillstand.   Bildrechte: StK
Kranzniederlegung auf dem deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe.
In einem Hörsaal mit roten Sitzreihen spricht Ministerpräsident Olaf Lies vor einer Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen. Mehrere Schülerinnen sitzen in den vorderen Reihen und beteiligen sich am Gespräch.   Bildrechte: StK
Sechs Schülerinnen der Goetheschule Hannover begleiteten die Delegation. Ministerpräsident Olaf Lies im Gespräch mit den ihnen nach dem Besuch von Omaha Beach, einem der Landungsabschnitte der Alliierten am sogenannten D-Day.
Medaillenübergabe von Bertrand Deniaud an Olaf Lies. Sie stehen vor vor einer geschwungenen Steintreppe mit schmiedeeisernem Geländer, der historische Raum ist von hellem Stein und einer Wandnische mit Skulptur geprägt.   Bildrechte: StK
Bei einem Empfang in der Abbaye aux Dames wurde Ministerpräsident Olaf Lies vom Vizepräsidenten der Normandie für Bildung, Bertrand Deniaud, mit der Medaille der Region Normandie ausgezeichnet.
Bühne mit blauem Bühnenlicht, eine Person steht am Rednerpult mit der Aufschrift „Prix Liberté“, dahinter Menschen in einer Reihe. Rechts davon stehen offiziell gekleidete Personen. Im Hintergrund ist groß das Wort „LIBERTÉ“ beleuchtet.   Bildrechte: StK
Verleihung des „Prix Liberté“ im Zénith de Caen vor rund 4.000 Gästen, darunter rund 3.500 Schülerinnen und Schüler aus der Normandie sowie Delegationen von Jugendlichen aus Deutschland und den USA.
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