Niedersächsische Staatskanzlei

Eröffnung der Ausstellung „Forced to Leave“ und Paneldiskussion zum Gemeinsamen Europäischen Asylsystem

Am Abend des 15. April 2026 wurde in der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europäischen Union die Ausstellung „Forced to Leave – Illustrierte Geschichten von Flucht und Neubeginn“ eröffnet. Die gut besuchte Veranstaltung verband einen künstlerischen Zugang zum Thema Flucht mit einer fachpolitischen Diskussion zur Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS).

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Comicreportagen, die von Studierenden der Hochschule Hannover auf Grundlage von Interviews mit Geflüchteten in Einrichtungen der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) entwickelt wurden. Die Arbeiten machen individuelle Fluchtgeschichten sichtbar und eröffnen einen besonderen Zugang zu Erfahrungen, die sonst oft kaum sichtbar werden, indem sie persönliche Erlebnisse anonymisiert und zugleich eindrücklich darstellen.

Die Ausstellungseröffnung wurde durch eine hochrangig besetzte Paneldiskussion begleitet. Nach einem Videogrußwort der Niedersächsischen Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, diskutierten Johannes Luchner (Stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Migration und Inneres der Europäischen Kommission), Klaus Dierker (Präsident der LAB NI), Josephine Liebl (European Council on Refugees and Exiles) sowie Jörg Becker (Bundesministerium des Innern) über die Umsetzung der GEAS-Reform und ihre Auswirkungen in der Praxis. Die Moderation übernahm Sandra Parthie (Leiterin des IW-Büros Brüssel). Im Fokus standen die Konsequenzen für die Mitgliedstaaten sowie die Herausforderungen auf Landes- und kommunaler Ebene. Dabei zeigte sich, dass eine enge Verzahnung von europäischer Gesetzgebung und praktischer Anwendung vor Ort entscheidend für ein funktionierendes und zugleich menschenwürdiges Asylsystem ist.

Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und bot den Teilnehmenden vielfältige Perspektiven aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Sie zeigte die anhaltende Relevanz des Themas Migration und Asyl sowie den hohen Bedarf an Austausch und Information. Im Anschluss an die Paneldiskussion hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich einen vertieften Eindruck von den ausgestellten Exponaten zu verschaffen. Zudem konnten die Gespräche zu den vielfältigen Facetten des Themas bei einem Empfang in den Räumlichkeiten der Landesvertretung fortgeführt werden.

Die Ausstellung kann noch bis zum 27. Mai 2026 in der Landesvertretung besichtigt werden.

  Bildrechte: Vertretung des Landes Niedersachsen bei der EU
  Bildrechte: Vertretung des Landes Niedersachsen bei der EU
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