Women for Change: Frauen als Vorreiterinnen für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
Am 7. Mai 2026 fand in der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europäischen Union im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Niedersachsen: Schlüsselregion für Transformation“ in Kooperation mit dem Nordic Network der IHK Nord und der AHK debelux die Veranstaltung „Women for Change: Frauen als Vorreiterinnen für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit“ statt.
Niedersachsens Europaministerin Melanie Walter betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass auch sie Rückschritte in vielen Bereichen registriere und diejenigen unterstützt werden müssen, die sich für andere Menschen und Gerechtigkeit einsetzen. Die Förderung von Frauen sei kein Randthema, sondern ein zentraler Hebel für soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stärke und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der EU. „Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung sind Frauen und wir können es uns schlicht nicht leisten, Frauenförderung zu vernachlässigen. Die strukturellen Hürden in der EU, die ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Entfaltung im Wege stehen, müssen gemeinsam beseitigt werden. Hierzu gehören Lohnunterschiede und ungleiche Aufstiegschancen im Job. Wenn in der EU das Potenzial von Frauen noch konsequenter genutzt wird, sind wir nicht nur innovativer und resilienter, sondern wir stärken auch die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig.“
Sandrine Dixson-Dèclève (Executive Chair Earth4All, ehem. Präsidentin des Club of Rome) eröffnete das Event mit einer Keynote, in der sie bestätigte, dass wir momentan in der Europäischen Union Rüchschritte bei Demokratie und Fraunerechten erleben. Sie rief Frauen und Männer dazu auf, sich solidarisch und mutig mit anderen für eine demokratische und nachhaltige Welt einzusetzen, in der Frauen die gleichen Chancen haben.
Sabrina Repp (MdEP, S&D) verwies auf den Initiativbericht des Europäischen Parlaments, um das weibliche Unternehmertum in ländlichen Gebieten zu stärken, an dem sie als Schattenberichterstatterin mitgewirkt hat. Sie betonte, dass es noch zahlreiche strukturelle Probelme und Diskrimierung gebe, mit denen Frauen sich konfrontiert sehen. Es brauche eine bessere soziale Absicherung von Frauen sowie eine nach Geschlecht differenzierte Datenerhebung. Frauen seien keine Ressource, die noch besser genutzt werden müsse, sondern es gehe hier um gleiche Rechte und Chancen für Frauen. Gleichstellungspolitik sei auch Strukturpolitik – sie entscheide darüber, ob eine Frau gründen kann oder nicht. Wer Europas Regionen stärken wolle, müsse genau hier investieren.
Auch Estelle Göger (stv. Leiterin des Kabinetts von Exekutiv-Vizepräsidenten der EU-Kommission Stéphane Séjourné) betonte, dass trotz aller Initiativen der Kommission und der Bedeutung des Themas, es nach wie vor Probleme und Hürden für Frauen in der EU gebe.
Die Gründerin Alexandra Gölz aus Jever (Nature Care GmbH, Jever) berichtete aus eigener Erfahrung, dass es gerade für Gründerinnen noch schwierig sein, hinreichend Kapital zu akquirieren.
Auch die Moderatorin Margit Kunz (Geschäftsführerin der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer) bemängelte, dass nur ein verschwindend geringer Anteil des Kapitals an frauengeführte Unternehmen gehe, obwohl erwiesen sei, dass diese seltener scheiterten.
Diese erste große europäische Frauennetzwerkveranstaltung der Landesvertretung erfreute sich großer Beliebtheit und war in kürzester Zeit ausgebucht.
