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„Young Women in T.I.M.E.“: Junge Frauen in männerdominierten Ausbildungsberufen – Überwindung von Geschlechterstereotypen und europäischer Mehrwert!?

Am 17. März 2026 fand in der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europäischen Union in Brüssel eine Veranstaltung statt, die eines der aktuell wichtigsten bildungspolitischen Themen der EU – den Fachkräftemangel in MINT-Berufen und die Frage nach der Rolle von jungen Frauen in diesen Berufsfeldern –auf besonders anschauliche Art und Weise aufgriff.

Die Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, betonte in ihrem Grußwort, wie sehr Europa hervorragend ausgebildete selbstbewusste Frauen in technischen und handwerklichen Berufen benötige und wie sehr sie sich als ehemalige Berufsschullehrerin darüber freue, im Rahmen dieser Veranstaltung junge Frauen, die sich dieses Selbstverständnis bereits zu eigen gemacht haben, zu Wort kommen zu lassen. In einem Video-Grußwort hob ihre Kabinettskollegin Julia Willie Hamburg, Niedersächsische Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, die Gleichwertigkeit von Berufsausbildung und Studium hervor und zeigte sich zuversichtlich, dass die Woche der beruflichen Bildung mit Veranstaltungen wie dieser dazu einen wesentlichen Beitrag leisten könne.

Ausgangspunkt der Diskussion eines hochrangig besetzten Panels waren die Erfahrungen einer Berufsbildenden Schule in Niedersachsen (BBS Osterholz-Scharmbeck), die junge Frauen im Rahmen eines Erasmus+ Projekts gezielt fördert, eine Ausbildung in handwerklichen und technischen Berufen zu absolvieren. Von diesen Erfahrungen zeugen nicht nur die in der Landesvertretung ausgestellten Graphic Novels, die mehrsprachig (deutsch, französisch und englisch) abbilden, wie sich die jungen Frauen in diesen Berufsfeldern behaupten, sondern auch zwei der jungen Frauen selbst. In einem einleitenden Vortrag berichteten sie in einem bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungsraum von ihrer Leidenschaft für die von ihnen gewählten Berufen – eine Leidenschaft, die sie selbstbewusst auch in einem Umfeld behaupten, in dem sie als Frauen in ihrem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschulklasse nahezu Einzelgängerinnen sind. Sie betonten ihre Motivation, als Vorbild für andere junge Frauen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa dienen zu wollen. Beide sind fest entschlossen, nach ihrer Berufsausbildung ein Auslandspraktikum in einem anderen europäischen Land zu machen und ihren beruflichen und persönlichen Horizont dadurch zu erweitern.

Das anschließende Panel war in Analogie zu dem Thema von Frauen besetzt, die in ihren Bereichen für eine geschlechtergerechte, wettbewerbsfähige und resiliente berufliche Aus- und Weiterbildung eintreten. Die Moderatorin Olga Scheer vom Handelsblatt begrüßte die Direktorin für Beschäftigung und Qualifikation Manuela Geleng von der Europäischen Kommission, die EP-Abgeordnete Sabrina Repp (Ausschuss für Kultur und Bildung), Ute Sandtvos, Referatsleiterin für Berufsausbildung im Niedersächsischen Kultusministerium, und Agnes Mach, die für Geschlechtergerechtigkeit und politische Bildung im EU-Büro der Friedrich-Ebert-Stufung zuständig ist. Im Mittelpunkt der intensiv geführten Diskussion standen Fragen der regionalen und internationalen Mobilität von Auszubildenden, der Instrumentalisierung des Themas Geschlechtergerechtigkeit durch Marktinteressen und Wettbewerbsfähigkeit, der potentiellen Nutzung des Kriteriums Geschlechtergerechtigkeit als Voraussetzung für die Förderung aus EU-Mitteln und die Frage nach geeigneten Maßnahmen zum Durchbrechen von Genderstereotypen.


Zum Bericht der BBS Osterholz-Scharmbeck
  Bildrechte: Vertretung des Landes Niedersachsen bei der EU
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