Niedersächsische Staatskanzlei

Erste digitale Antragsrunde für Kofinanzierungshilfen – 5,6 Millionen Euro für 41 Projekte in Niedersachsen

Erstmalig waren Bewerbungen auf die Kofinanzierungshilfen für finanzschwache Kommunen des Landes Niedersachsen online möglich. Mit Blick auf die hohe Nachfrage – für mehr als
100 Vorhaben wurden Kofinanzierungshilfen in Höhe von rund 18 Millionen Euro beantragt – hat die neue digitale Abwicklung die Verfahren erheblich vereinfacht. Die erfolgreiche digitale Antragsrunde zeigt, dass moderne Verwaltungsverfahren und bürgernahe Förderpolitik Hand in Hand gehen können. Kommunen profitieren von einer einfacheren Antragstellung, während die Bearbeitung der Förderanträge effizienter und transparenter erfolgt. Damit setzt Niedersachsen seinen Kurs zur Modernisierung der Verwaltung konsequent fort.

Das Programm war erneut stark überzeichnet. Niedersachsen kann in dieser Antragsrunde

41 Projekte in 30 Kommunen mit Kofinanzierungshilfen in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro unterstützen. Damit können Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von über 19 Millionen Euro realisiert werden.

Die Kofinanzierungshilfen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch strukturschwache Regionen von europäischen Fördermitteln profitieren. Viele EU-Programme setzen eine finanzielle Eigenbeteiligung voraus, die insbesondere für Kommunen mit geringer Steuerkraft eine hohe Hürde darstellt. Hier setzt das Land Niedersachsen gezielt an und ermöglicht den Zugang zu europäischen Fördermitteln.

„Mit der Kofinanzierungsrichtlinie haben wir die Möglichkeit geschaffen, Chancen aus Europa vor Ort Wirklichkeit werden zu lassen – unabhängig von der Finanzlage der Kommune. So schaffen wir gleichwertige Entwicklungschancen im ganzen Land und stärken die Regionen dort, wo Unterstützung besonders gebraucht wird“, sagt Melanie Walter, Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung.

Dank der Kofinanzierungshilfen können unter anderem folgende Projekte umgesetzt werden:

  • Stadt Seesen: rund 129.500 Euro für den Neubau der Sanitäranlage im Freibad Rhüden

Mit dem Neubau eines modernen und barrierefreien Sanitärgebäudes wird die Infrastruktur des Freibads Rhüden nachhaltig verbessert.

Die neuen Duschen, Toiletten und Umkleidebereiche stehen sowohl den Freibadgästen als auch den Sportlerinnen und Sportlern des TSV Rhüden zur Verfügung. Gleichzeitig werden bestehende Gebäudeflächen effizient für Lager- und Werkstattzwecke umgenutzt und die technischen Bereiche entlastet.

  • Stadt Bad Münder und Flecken Delligsen: rund 73.000 Euro für Maßnahmen zur Umsetzung der Wärmewende im Weserbergland

Das Projekt unterstützt die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden und schafft die Voraussetzungen für den Ausbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung. Dazu werden Kommunen, Stadtwerke, Bürgerenergiegenossenschaften und weitere Akteurinnen und Akteure in einem regionalen Netzwerk zusammengebracht. Ziel ist es, Wärmenetzprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig erhalten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer durch Informations- und Beratungsangebote Unterstützung beim Umstieg auf erneuerbare Heiztechnologien. So leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur regionalen Wertschöpfung und zu einer zukunftssicheren Energieversorgung im Weserbergland.

  • Landkreis Cuxhaven und Landkreis Osterholz: rund 250.000 Euro für die „Digitale Erlebnisinszenierung“ der Zukunftsregion Moorregion Elbe-Weser

Mit dem Projekt wird die Moorregion Elbe-Weser zu einem innovativen digitalen Erlebnisraum weiterentwickelt. Herzstück ist ein digitaler Guide, der Besucherinnen und Besucher mithilfe einer Web-App auf interaktive Entdeckungstouren durch die einzigartige Moorlandschaft führt. Digitale Inhalte werden dabei mit Natur- und Kulturerlebnissen vor Ort verknüpft und durch ergänzende Infrastruktur wie Infotafeln, Sitzmöglichkeiten und QR-Stationen erlebbar gemacht.

Hintergrund

Die meisten EU-Förderprogramme gewähren für Investitionen oder Projekte keine Vollfinanzierung, sondern verlangen von der Antragstellerin oder dem Antragsteller eine Kofinanzierung. Gerade finanzschwache Kommunen können diesen Eigenanteil oft nicht leisten. Das Land Niedersachsen steuert mit den Kofinanzierungshilfen („Kofi“) dagegen, damit EU-Förderung dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Damit wird sichergestellt, dass auch strukturschwache Regionen von EU-Investitionen profitieren können. In der aktuellen Förderrunde stehen rund 5,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit 2015 wurden in zwölf Antragsrunden Kofinanzierungshilfen von insgesamt rund 86,5 Millionen Euro über die Richtlinie bewilligt – und damit eine Gesamtförderung von fast 350 Millionen Euro.

Interessierte Kommunen können ihre Anträge unbürokratisch online bei ihrem zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung einreichen. Stichtag für die nächste Runde ist der 3. März 2027.

Presseinformationen Bildrechte: Stk

Artikel-Informationen

erstellt am:
05.08.2026

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946

http://www.niedersachsen.de

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