Niedersächsische Staatskanzlei

Interreg A: 12,8 Millionen Euro von EU und Land für Innovation und Zusammenarbeit in der Region Weser-Ems

Niedersachsen unterstützt acht neue grenzübergreifende Projekte im Interreg A‑Programm Deutschland‑Nederland. Interreg A ist ein zentrales Förderinstrument der Europäischen Union für die Zusammenarbeit von Regionen auf beiden Seiten der Grenze. Insgesamt fließen rund 12 Millionen Euro aus EU‑Mitteln sowie rund 864.000 Euro Landesmittel in die Region.

Europaministerin Melanie Walter betont: „Die Projekte zeigen, was Europa ganz konkret vor Ort bewirken kann. Gemeinsam mit unseren niederländischen Partnerinnen und Partnern und mit der Unterstützung der Europäischen Union ermöglichen wir Innovationen, fördern nachhaltige Entwicklungen und bauen die Zusammenarbeit in der Grenzregion weiter aus. Die Vorhaben greifen zentrale Zukunftsthemen auf und bringen sie in die Praxis. Mit dieser gezielten Förderung setzen wir ein klares Signal für die Zukunft der Grenzregion und schaffen damit gleichzeitig die Grundlage für eine widerstandsfähige, wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine resiliente Gesellschaft in Weser-Ems.“

Die geförderten Projekte decken eine große Bandbreite ab. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Wasserstoff in kleinen und mittleren Unternehmen mit hohem Energiebedarf sowie auf der Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Anpassung von Landwirtschaft und Grünflächenmanagement an den Klimawandel. Zudem wird die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen sowie von Start‑Ups und Scale-Ups gezielt gestärkt. Ein weiteres Projekt baut ein Netzwerk auf, das die Versorgung mit wichtigen Medizinprodukten gerade in Krisenzeiten absichert.

  • Hydrogen to Business (H2B) unterstützt kleine und mittlere energieintensive Unternehmen dabei, ihren Energieverbrauch mithilfe von Wasserstofftechnologien klimafreundlicher zu gestalten. Das Projekt erprobt konkrete Anwendungen, berät Betriebe bei der Umstellung und erleichtert den Zugang zu neuen Technologien. Zudem wird der Einsatz alternativer Energieträger wie Methanol oder Biogas vorangetrieben – insbesondere in Bereichen, in denen eine Umstellung auf elektrische Lösungen nicht möglich ist. Damit stärkt H2B die Innovationskraft der Region, baut Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aus und treibt die Einführung zukunftsweisender Technologien voran.
    Die Gesamtkosten betragen gut 5,5 Millionen Euro, davon fördert die EU knapp 2,5 Millionen Euro. Niedersachsens Anteil liegt bei knapp 175.000 Euro.

  • SAFE hilft Unternehmen, ihre Chancen im Bereich Sicherheits- und Verteidigungstechnologien besser einzuschätzen. Dazu wird ein praxisnahes Instrument entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten zu bewerten, Marktchancen zu erkennen und notwendige Entwicklungsschritte abzuleiten. So können sie fundierte Investitionsentscheidungen treffen und sich gezielt neue Geschäftsfelder erschließen. Damit unterstützt SAFE Unternehmen dabei, neue Märkte zu erschließen, stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit und verbessert ihre Einbindung in sicherheitsrelevante Wertschöpfungsketten.
    Die Gesamtkosten betragen knapp 2,9 Millionen Euro, davon fördert die EU rund 1,08 Millionen Euro. Niedersachsen unterstützt mit rund 68.000 Euro.
  • NEXCARB steht für NEXt-generation CARBon materials for sustainable markets und fördert die Entwicklung nachhaltiger, fossilfreier Materialien und Produkte – insbesondere im Kunststoffbereich. Das Projekt bringt KMU und große Unternehmen in der deutsch‑niederländischen Grenzregion zusammen und identifiziert konkrete Marktbedarfe, für die bislang keine passenden Lösungen existieren. Damit stärkt NEXCARB die Innovationskraft der beteiligten Unternehmen, beschleunigt die Entwicklung nachhaltiger Materialien und leistet einen konkreten Beitrag zur Transformation hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft.
    Die Gesamtkosten betragen gut 2,5 Millionen Euro, davon fördert die EU gut 1,1 Millionen Euro, Niedersachsen unterstützt mit rund 107.000 Euro.
  • Stedelijk Groen – Städtisches Grün entwickelt digitale Lösungen, mit der Städte Grünflächen besser planen, steuern und bewerten können. Mithilfe von Daten und Modellierungen lässt sich genauer abschätzen, wie sich Grünflächen auf Klima, Luftqualität, Biodiversität und Lebensqualität auswirken. Die Ansätze werden in Pilotprojekten in beiden Ländern erprobt und anschließend für andere Kommunen nutzbar gemacht. Damit unterstützt das Projekt Kommunen dabei, sich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, und trägt zugleich zur Verbesserung von Lebensqualität und Biodiversität in Städten bei.
    Die Gesamtkosten betragen knapp 3,2 Millionen Euro, davon fördert die EU knapp 1,3 Millionen Euro. Niedersachsen unterstützt mit knapp 43.000 Euro.
  • Das Projekt KLIMA stärkt die klimaresistente Landwirtschaft in der Ems‑Dollart‑Region – durch praktische Demonstrationen, digitale Werkzeuge und gemeinsame Lernangebote. Landwirtinnen und Landwirte erhalten konkrete Unterstützung bei der Einführung humusaufbauender Anbaumethoden und beim Umgang mit Klimafolgen. Gleichzeitig werden junge Menschen gezielt ausgebildet und Forschungsergebnisse direkt in die Praxis übertragen. Damit stärkt das Projekt die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft, verbessert die Anpassung an den Klimawandel und fördert den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis.
    Die Gesamtkosten betragen knapp 2 Millionen Euro, davon fördert die EU gut eine Million Euro. Niedersachsen unterstützt mit rund 216.000 Euro.
  • ResilientIS sorgt dafür, dass Krankenhäuser im Grenzgebiet auch in Krisensituationen zuverlässig versorgt werden. Dafür wird ein grenzüberschreitendes Netzwerk aufgebaut, in dem Kliniken, Hochschulen, Unternehmen und Behörden eng zusammenarbeiten. Es ermöglicht Krankenhäusern, wichtige medizinische Komponenten im Bedarfsfall selbst herzustellen. Standardisierte Vorlagen, gemeinsame Verfahren und Schulungen helfen, schneller auf Engpässe zu reagieren. Damit verbessert ResilientIS die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen, stärkt die Krisenfestigkeit von Kliniken und reduziert ihre Abhängigkeit von globalen Lieferketten.
    Die Gesamtkosten betragen knapp 4,3 Millionen Euro, davon fördert die EU 2,075 Millionen Euro. Niedersachsen unterstützt mit rund 81.000 Euro.
  • SCALE – Start-Up Collaboration & Acceleration in a Linked Ecosystem soll die Zusammenarbeit von Start‑ups, Hochschulen, Investoren und Wirtschaftsförderungen in der Grenzregion stärken. Ziel ist es, ein eng vernetztes Innovationsumfeld zu schaffen, in dem junge Unternehmen schneller wachsen, leichter Finanzierung finden und neue Märkte erschließen können. Damit stärkt SCALE das grenzüberschreitende Start‑up‑Ökosystem, verbessert die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen und fördert Innovation und Beschäftigung in der Region.
    Die Gesamtkosten betragen rund 2,15 Millionen Euro, davon fördert die EU rund 1,08 Millionen Euro. Niedersachsen unterstützt mit rund 22.000 Euro.
  • FITS Fahrräder für Inklusion, Teilhabe und Senioren entwickelt inklusive Mobilitätsangebote mit Spezialfahrrädern für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Gemeinsam mit Pflegeeinrichtungen, Kommunen und Mobilitätsanbietern entstehen Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientieren und ihnen mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Damit verbessert das Projekt die Mobilität und Teilhabe älterer und eingeschränkter Menschen und leistet einen wichtigen Beitrag zu sozialer Inklusion und Lebensqualität.
    Die Gesamtkosten betragen gut 3,5 Millionen Euro, davon fördert die EU gut 1,8 Millionen Euro. Niedersachsen unterstützt mit knapp 150.000 Euro.

Die neuen Projekte und genauen Summen im Überblick:

Projekt

Projektkosten (€)

EFRE-Förderung (€)

NI Landesmittel (€)

H2Business

5.510.078,10 €

2.499.331,16 €

174.606,32 €

SAFE

2.886.702,00 €

1.080.135,57 €

68.614,16 €

NEXCARB

2.525.565,26 €

1.104.212,72 €

107.542,09 €

Stedelijk Groen

3.178.310,10 €

1.273.771,66 €

42.668,85 €

KLIMA

1.997.359,79 €

1.007.934,27 €

215.985,84 €

ResilientIS

4.277.374,60 €

2.075.021,73 €

81.229,50 €

SCALE

2.146.058,13 €

1.082.964,12 €

22.053,32 €

FITS

3.513.760,88 €

1.801.732,36 €

148.382,92 €

gesamt

26.035.208,86 €

11.925.103,59 €

861.083,00 €

Die verbleibende Finanzierung wird von anderen Programmpartnern und den jeweiligen Projektpartnern getragen, darunter Unternehmen, Hochschulen, Kommunen und weitere Einrichtungen in Deutschland und den Niederlanden.

Hintergrund: Interreg A Deutschland-Nederland
Interreg A Deutschland-Nederland ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Seit 35 Jahren werden Projekte unterstützt, die Innovation, Nachhaltigkeit, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Für den aktuellen Förderzeitraum 2021 bis 2027 stehen rund 225 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Niedersachsen stellt zusätzlich Kofinanzierungsmittel für die Beteiligung niedersächsischer Partnerinnen und Partner bereit.

Der Programmraum umfasst die gesamte Weser-Ems-Region in Niedersachsen. Am Programm sind 15 Partnerinnen und Partner beteiligt, darunter die Niedersächsische Staatskanzlei, das nordrhein-westfälische und das niederländische Wirtschaftsministerium, acht niederländische Provinzen und vier Euregios. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf einem wettbewerbsfähigen und intelligenten Europa, einem grüneren und widerstandsfähigen Europa, einem sozialeren Europa sowie einem nachbarschaftlichen Europa im Grenzgebiet.

Presseinformationen Bildrechte: Stk

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.06.2026

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946

http://www.niedersachsen.de

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