Niedersächsische Staatskanzlei

Landesregierung beschließt Verstetigung von Beratungsstelle zur Prävention islamistischer Radikalisierung „beRATen“

Die Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am (heutigen) Dienstag die Verstetigung der landesweit tätigen Beratungsstelle zur Prävention islamistischer Radikalisierung „beRATen“ beschlossen. Damit soll jungen Menschen auch nach dem 1. Januar 2027 weiterhin ein professionelles Beratungs- und Hilfeangebot außerhalb der sicherheitsbehördlichen Strukturen sichergestellt werden. Zudem sollen perspektivisch verlässliche Strukturen für die hoch qualifizierten beRATen-Beschäftigten geschaffen werden.

Die Beratungsstelle und deren Aufgaben sollen in bewährter Form erhalten bleiben; die Umstrukturierung betrifft ausschließlich die Trägerschaft. Diese oblag bislang dem „Verein für jugend- und familienpädagogische Beratung Niedersachsen – beRATen e.V.“. Ab dem kommenden Jahr soll die Beratungsstelle organisatorisch im Bereich der Jugendhilfe des dem Sozialministerium nachgeordneten Landessozialamts (LS) eingebunden werden. Auf diese Weise möchte die Landesregierung das niedrigschwellige landesweite Angebot der Beratungsstelle, die über Jahre hinweg erarbeitete große Akzeptanz der Beratungskräfte bei Klientinnen, Klienten und Fachkräften sowie den vertraulichen Zugang zu den Räumen von „beRATen“ in Hannover weiterhin sicherstellen.

„Die Prävention islamistischer Radikalisierung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer gesamtgesellschaftlichen Daueraufgabe entwickelt, da sich die Erscheinungsformen islamistischer Radikalisierung in Reaktion auf welt- und gesellschaftspolitische Ereignisse fortlaufend wandeln“, erklärt Sozialminister Dr. Andreas Philippi. Diesen konfliktreichen Entwicklungen sei das Team von „beRATen“ allzeit mit großer Expertise und Erfahrung kompetent begegnet und leiste seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Arbeit. „Daher liegt der Betrieb der Beratungsstelle als Teil des Landesprogramms zur Islamismusprävention im besonderen Landesinteresse und ist deshalb nach wie vor dringend geboten. Präventionsarbeit bleibt die wirksamste langfristige Strategie gegen Radikalisierung.“

Hintergrundinformation:
Um den Gefahren des Islamismus entgegenzuwirken, hat die Landesregierung unter Federführung des Niedersächsischen Sozialministeriums im Dezember 2014 in der Trägerschaft des „Vereins für jugend- und familienpädagogische Beratung Niedersachsen – beRATen e.V.“ die erste zivilgesellschaftliche Beratungsstelle im Bereich Islamismusprävention in Niedersachsen gegründet. Die Beratungsstelle mit Sitz in Hannover hat im April 2015 ihre landesweite Beratungs- und Begleitarbeit aufgenommen. Seit dem Start ist beRATen in rund 600 konkreten Fällen tätig geworden. Zu den Anfragen von Privatpersonen und Fachpersonal kommen zahlreiche Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote in unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Schule und Jugendhilfe hinzu.

Die Beratungsstelle ist zusammen mit dem Sozialministerium in dem ressortübergreifenden und beim Niedersächsischen Innenministerium angesiedelten Kompetenzforum Islamismusprävention Niedersachsen (KIP NI) eingebunden, das 2016 von der Landesregierung ins Leben gerufen worden ist.

Weitere Informationen zu der Arbeit der Beratungsstelle finden Sie unter https://www.beraten-niedersachsen.de

Bei Fragen zu dieser Kabinetts-Presseinformation wenden Sie sich bitte an das zuständige Ministerium: pressestelle@ms.niedersachsen.de.

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Artikel-Informationen

erstellt am:
23.06.2026

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