Niedersächsische Staatskanzlei

Niedersächsische Klimaanpassungsstrategie 2026: Öffentlichkeitsbeteiligung startet

Das Kabinett hat am (heutigen) Dienstag den Entwurf der „Niedersächsischen Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels 2026“ zur Verbands- und Öffentlichkeitsbeteiligung freigegeben. Mit der Strategie will das Land Menschen, Kommunen, Wirtschaft, Infrastruktur und Natur besser auf die Folgen von Hitze, Dürre, Hochwasser und Starkregen vorbereiten.

Zu den Schwerpunkten der Klimaanpassungsstrategie gehören die Sicherung der Wasserverfügbarkeit, die Anpassung an Dürre und Hitze, der Schutz vor Hochwasser und Starkregen, die klimaresiliente Entwicklung von Land- und Forstwirtschaft sowie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Natur, Infrastruktur und Wirtschaft. Die Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels 2026 ist eine Fortschreibung der 2021 erstmalig veröffentlichten Strategie. Insgesamt werden 20 Handlungsfelder der Landespolitik – und damit drei mehr als 2021 – daraufhin untersucht, welche Folgen der Klimawandel für Niedersachsen haben wird und welche Anpassungsmaßnahmen daraus folgen. Denn seit 2021 hat sich gezeigt, dass der Klimawandel Niedersachsen deutlich stärker trifft als vielfach angenommen. Das Winterhochwasser 2023/24, langanhaltende Trockenperioden, Waldschäden, Waldbrände, Hitzewellen, sinkende Grundwasserstände und Schäden durch Starkregen verdeutlichen den Handlungsbedarf.

„Spätestens der diesjährige sehr heiße und trockene Sommer hat deutlich gezeigt: Wir müssen uns an die Folgen der Klimakrise anpassen, um unsere Umwelt, unsere Infrastruktur und unsere Gesundheit zu schützen“, so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer. „Dazu gehören beispielsweise eine sichere Wasserversorgung auch in Trockenzeiten, die Stärkung des Hochwasser- und Starkregenschutzes, klimaresiliente Wälder, ein wirksamer Hitzeschutz für die Bevölkerung sowie die Vorbereitung von Kommunen, Infrastruktur und Katastrophenschutz auf häufigere Extremwetterereignisse. Mit der Klimaanpassungsstrategie sorgen wir dafür, dass Niedersachsen besser auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet ist. Umso wichtiger ist es, die Belange der Öffentlichkeit zu berücksichtigen.“

Darüber hinaus unterstützt das Land die Kommunen künftig noch stärker bei der Klimaanpassung: Mit dem Niedersächsischen Klimagesetz werden Landkreise und kreisfreie Städte verpflichtet, Klimaanpassungskonzepte zu erstellen. Gleichzeitig stellt das Land dafür finanzielle und fachliche Unterstützung bereit. Mit 120 Millionen Euro ist dazu aus Investitionsmitteln des Bundes und des Landes das Programm „Klimaschutz- und Klimaanpassung Kommunal Niedersachsen“ (KlikoNi) geplant, das die Kommunen bei Klimaschutz und Klimaanpassung besser unterstützen soll. Im Bereich Wasserwirtschaft setzt das Land unter anderem auf den Masterplan Wasser, die Verbesserung der Grundwasserbewirtschaftung, Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Landschaft sowie die Wiederherstellung von sogenannten Schwammlandschaften wie Auen und Mooren. Ziel ist es, Wasser in niederschlagsreichen Zeiten besser zu speichern und für Trockenperioden verfügbar zu halten.
Im Gesundheitswesen stehen die Folgen zunehmender Hitzebelastungen im Mittelpunkt. Die Strategie baut auf Maßnahmen wie dem Niedersächsischen Aktionsforum Gesundheit und Klima, Fortbildungen zum Hitzeschutz, der Unterstützung von Pflegeeinrichtungen sowie dem Monitoring hitzebedingter Gesundheitsrisiken auf. Auch die zunehmende Verbreitung neuer Krankheitsüberträger wie bestimmter Mücken- und Zeckenarten wird berücksichtigt.
Im Katastrophenschutz reagiert das Land auf häufigere und intensivere Extremwetterereignisse. Bereits umgesetzt oder begonnen wurden unter anderem der Aufbau spezialisierter Einheiten zur Vegetationsbrandbekämpfung, die Beschaffung mobiler Hochwasserschutzsysteme, leistungsfähiger Hochwasserpumpen, zusätzlicher Lösch- und Logistikfahrzeuge sowie neuer Systeme zur Trinkwassernotversorgung.
Für den Verkehrsbereich untersucht die Strategie die Auswirkungen von Hitze, Hochwasser, Starkregen und Stürmen auf Straßen, Schienenwege, Häfen und Wasserstraßen. Ziel ist es, Verkehrsnetze und Verkehrsinfrastrukturen langfristig widerstandsfähig gegen klimabedingte Belastungen aufzustellen.
Im Tourismus stehen die Anpassung der Küstenregionen an Meeresspiegelanstieg und Küstenerosion, die Entwicklung neuer Angebote für vom Schneemangel betroffene Mittelgebirgsregionen sowie klimaangepasste touristische Infrastruktur im Vordergrund. Gleichzeitig sollen Natur- und Kulturlandschaften als wichtigste Grundlage des niedersächsischen Tourismus gesichert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf klimaresilienten Wäldern. Das Land unterstützt dazu den Waldumbau hin zu standortangepassten und artenreichen Mischwäldern, stärkt die Waldbrandprävention und investiert in Wiederbewaldungsprogramme.

Interessierte können sich bis zum 28. Oktober 2026 einbringen und Anregungen geben. Die Anpassungsstrategie ist auf der Internetseite des Niedersächsischen Umweltministeriums zu finden. Anregungen und Hinweise können dort in dem bereitgestellten Formular eingetragen und per E-Mail an Anpassungsstrategie@mu.niedersachsen.de gesendet werden. Für Fragen zum Verfahren steht das Team der Anpassungsstrategie unter der genannten E-Mail-Adresse bereit.


Bei Fragen zu dieser Kabinetts-Presseinformation wenden Sie sich bitte an das zuständige Ministerium: pressestelle@mu.niedersachsen.de.

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Artikel-Informationen

erstellt am:
15.09.2026

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946

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