Niedersächsische Staatskanzlei klar

"Mobilität in ländlichen Räumen in Niedersachsen" - Studie

Mobilität und Erreichbarkeit sind eine entscheidende Voraussetzung für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der ländlichen Regionen als Lebens- und Wirtschaftsräume. Die Erreichbarkeit von Einrichtungen und Leistungen der Daseinsvorsorge wie Bildung, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Kultur und Freizeit sind für alle Bevölkerungsgruppen wichtig. Mit Blick auf die demografische Entwicklung gewinnt sie weiter an Bedeutung.

Der demografische Wandel und sich verändernde räumliche Strukturen, wie Abnahme der Bevölkerungsdichte und Ausdünnung der Versorgungsinfrastruktur, führen zu veränderten Mobilitätsbedarfen. Fragen der Erreichbarkeit und Mobilitätsprobleme treffen vorwiegend jene Personengruppen, die nicht über ein Auto verfügen: junge Menschen, Senioren und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, die auf öffentlich verfügbare Verkehrsangebote angewiesen sind.

Ziel des Landes Niedersachsen ist die Sicherstellung von Mobilität und Erreichbarkeit zur Stärkung der ländlichen Regionen.

Die Regionale Landesentwicklung hat für diese Zielsetzung die Studie „Mobilität in ländlichen Räumen in Niedersachsen" herausgegeben. In der Studie werden die Situation im Flächenland Niedersachsen mit seinen unterschiedlichen ländlichen Regionen untersucht, die Herausforderungen dargestellt und Handlungsempfehlungen für die Landespolitik sowie die regionale und lokale Ebene gegeben.

Im Sinne der fachübergreifenden Ausrichtung dieser Thematik wird seitens der Sachverständigen eine verstärkte Abstimmung zwischen den Fachplanungen „Öffentlicher Nahverkehr" und „Raumentwicklung/-planung" angeraten.

Eine wesentliche Handlungsempfehlung der Studie ist die flexiblere Gestaltung des öffentlichen Personenverkehrs. Auch die Wichtigkeit des Ausbaus von Mobilitätsangeboten auf gemeinschaftlicher Basis, die verstärkte Entwicklung von Verkehrsträger übergreifenden Angeboten - etwa die Kombination von Bahn / Bus und Fahrrad - werden hervorgehoben. Das Thema E-Mobilität soll einbezogen werden. Weitere Empfehlungen sind die Einbeziehung von Liefer- und Fahrdiensten für die Personenbeförderung sowie die Einführung und Nutzung innovativer, webbasierter Mobilitätsportale als Auskunfts- und Buchungsdienste.

Als essenziel werden die Bildung und der Ausbau von Kooperationen und Netzwerken erachtet. Zukunftsweisendes, strategisches Kernelement soll ein speziell auf die ländlichen Räume ausgerichtetes Mobilitätsmanagement sein, das im Rahmen der Studie entwickelt worden ist. Dabei sollen vor allem im Hinblick auf die Sicherung der Daseinsvorsorge in Zusammenarbeit von regionalen und lokalen Akteuren Mobilitätsbedürfnisse konkret analysiert, bestehende Angebote besser aufeinander abgestimmt sowie Anstöße und Unterstützung für die Weiterentwicklung von Mobilitätsangeboten gegeben werden. Eine bürgerfreundliche Information und Kommunikation über Mobilitätsmöglichkeiten vor Ort und in der Region wird ebenfalls als wichtig erachtet.

Erscheinungsdatum: Januar 2012

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