Epiphanias-Empfang: Verantwortung für Demokratie übernehmen
Die Bedeutung gesellschaftlichen Zusammenhalts hat Ministerpräsident Olaf Lies beim 76. Epiphanias-Empfang der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche betont: Demokratie lebe davon, dass alle gesellschaftlichen Gruppen Verantwortung übernehmen – nicht nur am Wahltag, sondern jeden Tag.
Mit dem Jahresempfang am Dreikönigstag, bei dem Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammenkommen, wird traditionell das politische Jahr in Niedersachsen eingeläutet. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sprach vor den 130 geladenen Gästen von der Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Demokratie als Verantwortungsgemeinschaft. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen sei es wichtig, Verantwortung für die Demokratie und das Gemeinwohl zu übernehmen. Denn: „Demokratie ist keine Kulisse. Sie lebt davon, dass alle gesellschaftlichen Gruppen Verantwortung übernehmen – nicht nur am Wahltag, sondern jeden Tag.“ Immer häufiger werde jedoch der demokratische Konsens infrage gestellt. Respekt und Empathie seien nicht mehr selbstverständlich. Dem gelte es zu begegnen, mit mehr Klarheit, mehr Verlässlichkeit und auch mehr Nähe, so Lies beim traditionellen Epiphanias-Empfang der evangelischen Landeskirche Hannovers im Kloster Loccum.
„Wir stehen in diesem Jahr vor vielen Herausforderungen, von außen und von innen. Doch wir dürfen die Lage nicht schlechter reden, als sie ist“, so Lies. Der gesellschaftliche Zusammenhalt schaffe die Sicherheit, diesen Herausforderungen gemeinsam und mit Zuversicht zu begegnen. Demokratie sei gerade dafür da, Konflikte friedlich zu regeln – nicht zu unterdrücken. Das mache ihre Stärke aus.
Mit Blick auf den wahrnehmbar wachsenden Antisemitismus in Deutschland und Europa bekräftigte Ministerpräsident Lies: „Wir stehen uneingeschränkt zu unserer Solidarität mit Israel. Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson.“
Ehrenamt ist Rückgrat des Zusammenhalts
In Bezug auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt hob Lies die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Niedersachsen sei das Land des Ehrenamtes. Überall engagierten sich Niedersächsinnen und Niedersachsen für das Gemeinwesen. Dies gelte es zu stärken und auszubauen. „Zusammenhalt entsteht im Alltag – und ganz besonders im Ehrenamt.“ In diesem Zusammenhang hob Lies auch die Bedeutung der Kirchen hervor. Kirchengemeinden seien Orte gelebten Ehrenamtes, Orte der Verlässlichkeit, der Anteilnahme und der Tatkraft, erklärte Lies vor Gastgeber Landesbischof Ralf Meister und den geladenen Gästen. Die Kirche sei bei der Wahrung der Demokratie ein wesentlicher Werte- und Praxispartner. Und die Stimme der Kirche werde gebraucht: „Ich erwarte, dass Kirche sich einmischt – wenn Menschenwürde angegriffen wird, wenn Ausgrenzung salonfähig werden soll, wenn Antisemitismus und Hass wachsen. Nicht mit parteipolitischen Parolen, sondern mit der eigenen Sprache des Evangeliums: Würde, Nächstenliebe, Verantwortung.“
Zum Epiphanias-Empfang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover:
1950 hatte der damalige Landesbischof Hanns Lilje (1899-1977) zum ersten Mal gesellschaftliche Repräsentanten zu einem Empfang zum Jahreswechsel ins Kloster Loccum eingeladen. Der Empfang gilt seither als Auftakt des politischen Jahres in Niedersachsen.

