Interreg A: Vier neue Projekte stärken Digitalisierung, KI und Kreislaufwirtschaft in der Grenzregion
Niedersachsen startet mit neuen Impulsen in das Jahr: Im Interreg A-Programm Deutschland–Nederland wurden vier weitere Projekte mit niedersächsischer Beteiligung bewilligt. Sie adressieren zentrale Zukunftsthemen – von digitaler Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen über den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen bis hin zu klimafreundlichen Wertschöpfungsketten und einer effizienten Hafenlogistik. Insgesamt fließen dafür rund 7 Millionen Euro EU-Mittel in die Region, ergänzt durch 1,5 Millionen Euro Kofinanzierung des Landes.
Europaministerin Melanie Walter hebt die Bedeutung der neuen Projekte hervor: „Diese Vorhaben zeigen, wie konkret europäische Zusammenarbeit wirkt: Unternehmen werden digitaler, Kliniken erhalten moderne Unterstützungsinstrumente, Häfen werden nachhaltiger organisiert und aus Gras entsteht Energie. Wir investieren in Lösungen, die unmittelbar im Alltag spürbar sind – für Betriebe, Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger in unserer Grenzregion.“
Vier Projekte, vier Innovationsfelder
DIGITA(A)L-FLOW – Digitalisierung in KMU praktisch umsetzen
Mit DIGITA(A)L‑FLOW wird die digitale Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen gezielt unterstützt. Ein Potenzialcheck ermittelt individuelle Bedarfe, Mitarbeitende werden zu „Digiscouts“ qualifiziert und grenzüberschreitende NL‑DE‑Tandems ermöglichen praxisnahe Verbesserungsprozesse. Für den strukturierten Wissensaustausch entwickelt D-FLOW eine Best-Practice-Datenbank. Außerdem findet ein grenzüberschreitendes Digiscout-Treffen statt, bei dem NL und DE Unternehmen voneinander und von Experten lernen.
Gesamtkosten: 3.158.357,77 Euro
EU-Fördermittel (EFRE): 1.589.035,58
Landesmittel: 340.507,56 Euro
NeoVitAI – Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in die Neonatologie integrieren
NeoVitAI entwickelt Strukturen und Standards, um KI‑Anwendungen sicher, ethisch und rechtskonform im Gesundheitswesen einzuführen. Anwendungsbeispiel ist die Neonatologie mit dem flexiblen System „Neolook ONE“. Die gewonnenen Erfahrungen bilden die Grundlage für breitere Kooperationsmodelle und eine Skalierung innerhalb des Gesundheitswesens in beiden Ländern sowie in Europa und sollen als Blaupause für weitere Einrichtungen in beiden Ländern dienen.
Gesamtkosten: 4.298.046,41 Euro
EU-Fördermittel (EFRE): 2.164.309,44 Euro
Landesmittel: 463.780,47 Euro
Watts in Grass!? – Energie und hochwertige Produkte aus Gras
Das Projekt zeigt, wie grasreiche Reststoffströme und Gärreste zu nachhaltiger Energie und hochwertigen Produkten werden können. Das Projekt fokussiert sich dabei auf die gesamte Grasverarbeitungskette. Unter anderem werden in einer praktischen Demonstration mehrere moderne Umwelttechnologien kombiniert: Gras wird effizienter vergoren, CO2 aus Biogas wird mit grünem Wasserstoff aus dem Gärrest in zusätzliches Methan umgewandelt, Stickstoff wird entfernt, um die Emissionen zu verringern, und faserreiche Reststoffe werden zu hochwertiger Biokohle verarbeitet.
Gesamtkosten: 4.921.593,86 Euro
EU-Fördermittel (EFRE): 2.051.275,46 Euro
Landesmittel: 439.558,94 Euro
SCOBE – Häfen fit für zirkuläre und nachhaltige Logistik
SCOBE entwickelt nachhaltige und übertragbare Lösungen, um strukturelle Engpässe in (Binnen-) Häfen im niederländisch-deutschen Grenzgebiet abzubauen. Ziel ist es, rechtliche, organisatorische und logistische Barrieren zu beseitigen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit behindern. Es arbeitet mit verschiedenen Hafenökosystemen, die als realitätsnahe Testumgebungen für die Entwicklung und Erprobung neuer Arbeitsmethoden dienen. Die Ergebnisse sollen europaweit übertragbar sein.
Gesamtkosten: 2.285.990,80 Euro
EU-Fördermittel (EFRE): 1.152.814,60 Euro
Landesmittel: 202.475,97 Euro.
Die neuen Projekte im Überblick
|
Projekt |
Projektsumme (€) |
EFRE-Förderung (€) |
NI Landesmittel (€) |
|
DIGITAL FLOW |
3.158.357,77 |
1.589.035,58 |
340.507,56 |
|
NeoVitAI |
4.298.046,41 |
2.164.309,44 |
463.780,47 |
|
Watts in Grass!? |
4.921.593,86 |
2.051.275,46 |
439.558,94 |
|
Scobe |
2.285.990,80 |
1.152.814,60 |
202.475,97 |
|
14.663.988,84 |
6.957.435,08 |
1.446.322,94 |
Hintergrund: Was ist Interreg A?
Interreg A Deutschland-Nederland ist ein EU-Förderprogramm zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Seit 35 Jahren unterstützt es Projekte, die Innovation, Nachhaltigkeit, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Für den aktuellen Förderzeitraum 2021 bis 2027 stehen dafür rund 225 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Niedersachsen stellt zusätzlich Kofinanzierungsmittel aus Landesmitteln für die Beteiligung niedersächsischer Partner bereit.
Der Programmraum umfasst die gesamte Weser-Ems-Region in Niedersachsen. Am Programm sind 15 Partnerinnen und Partner beteiligt, darunter die Niedersächsische Staatskanzlei, das nordrhein-westfälische und das niederländische Wirtschaftsministerium, acht niederländische Provinzen und vier Euregios. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf einem wettbewerbsfähigen und intelligenten Europa, einem grüneren und widerstandsfähigen Europa, einem sozialeren Europa sowie einem bürgernahen Europa im Grenzgebiet.
Artikel-Informationen
erstellt am:
13.02.2026
Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung
Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946

