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Veranstaltung von AGRA Europe in Brüssel – Was kommt nach den GAP-Vorschlägen?

Am 2. März 2026 führte der Presse- und Informationsdienst AGRA Europe eine Veranstaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 in der niedersächsischen Landesvertretung durch. Begrüßt wurden die zahlreichen Teilnehmenden per Videobotschaft durch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte, die sich über das hochkarätige Panel freute und auf den Diskussionsbedarf in Hinblick auf die nächste GAP hinwies. Insbesondere sei die Finanzierung von Klima- und Umweltleistungen und des ländlichen Raums nicht ausreichend sichergestellt. Die Generaldirektorin der europäischen Dachorganisation für junge Landwirtinnen und Landwirte begrüßte die Strategie für den Generationswechsel der Kommission, forderte aber ein verbindliches Mindestbudget und ein Startpaket für junge Menschen zur Überwindung verschiedener Startschwierigkeiten im Sektor, wie etwa Zugang zu Land oder Zugang zu Krediten.

Während der Paneldiskussion wies die Generaldirektorin der GD AGRI, Elisabeth Werner darauf hin, dass die Verhandlungen zur GAP gerade erst beginnen und dass die Kommission selber nach der Vorstellung des GAP-Vorschlags durch ihre Strategie zum Generationswechsel und durch die Briefe der Kommissionspräsidentin, in denen sie unter anderem ein Ziel für den ländlichen Raum und die Möglichkeit der vorgezogenen Verwendung von Mitteln für Landwirtschaft und ländliche Räume vorschlug, bereits neue Akzente gesetzt hat. Dem Vorwurf der Abgeordneten Maria Noichl (S&D), die Kommission habe die Empfehlungen des strategischen Dialogs zur Landwirtschaft ignoriert, setzte sie entgegen, dass Impulse aus dem Dialog in den Kommissionsvorschlag eingeflossen seien, wie der Vorschlag zur Kappung und Degression der Direktzahlungen, die Vereinfachung des Systems und zielgerichtetere Förderung. Der Berichterstatter des EP für die GAP, Norbert Lins (EVP), sah noch erheblichen Anpassungsbedarf. Insbesondere sollte mehr auf gemeinsame Regeln statt auf Renationalisierung gesetzt werden. Auch er hielt ein Mindestbudget für Junglandwirtinnen und -landwirte für notwendig. Klar sprach er sich auch für die Beibehaltung von hektarbasierten Direktzahlungen aus.

Jan Plagge, der Präsident von IFOAM Organics Europe bemängelte dagegen einen zu starken Fokus auf Direktzahlungen und unterstützte die Forderung der Abgeordneten Noichl, dass öffentliche Gelder verstärkt für öffentliche Leistungen etwa im Umwelt-, Klima- oder Tierschutz verwendet werden sollten. Er wies darauf hin, dass der Anteil junger Landwirtinnen und Landwirte im Biosektor mit 21 % doppelt so hoch sei wie im konventionellen Bereich. Dies sei aber noch immer deutlich zu niedrig. Ausschlaggebend für junge Einsteiger sei ein klares Signal dafür, auf welches System langfristig gesetzt werde. Nur so seien Investitionen im Sektor möglich. Auch der Präsident des niedersächsischen Landvolks Dr. Holger Hennies gab an, dass fehlende Investitionssicherheit und eine zu hohe Regelungsdichte junge Menschen davon abhielten etwa in Tierhaltung zu investieren. Auch habe die Konditionierung (GLÖZ) der Direktzahlungen nicht zu mehr Naturschutz geführt sondern Vertragsnaturschutz blockiert. Norbert Lins bestätigte, dass die GLÖZ Standards oft nicht zu den regionalen Bedingungen passten. Allerdings forderte er dennoch eine weitere Ausgestaltung der zukünftig vorgesehenen Standards, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu erreichen. Insgesamt setze er auf eine Mischung aus Anreizorientierung und Verbindlichkeit.

Im Anschluss an die Debatte wurden die Gespräche im Rahmen eines Empfangs fortgeführt.


  Bildrechte: Vertretung des Landes Niedersachsen bei der EU
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