Wie gelingt der Schutz Minderjähriger im Internet? Veranstaltung in der LV sucht Antworten
Wie kann man Minderjährige im Internet besser schützen? Die Diskussion darüber ist auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene in vollem Gange. Am 16. März beleuchtete eine Veranstaltung in der Landesvertretung dieses Thema mit hochrangigen Gästen.
Die niedersächsische Europaministerin Melanie Walter erläuterte in ihrer Begrüßung die Position Niedersachsens, und mahnte zugleich europäische Lösungen statt eines Flickenteppichs nationaler Regelungen an. Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments Dr. Katarina Barley sowie Martin Harris-Hess aus der EU-Kommission schilderten die Sichtweisen der Brüsseler Institutionen, und betonten, dass die Plattformen in die Pflicht genommen werden müssen. Laura Kaun vom Center for Countering Digital Hate (CCDH) steuerte Ergebnisse von aktuellen Studien ihrer Organisation bei, die auch die Rolle von Chatbots untersuchten. Dr. Frank Fischer vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover brachte mit seinen Kenntnissen über die Entwicklung der Gehirne von Kindern und Jugendlichen eine interessante wissenschaftliche Sichtweise in das Panel ein.
Moderiert von Annabell Brockhues vom Deutschlandradio entspann sich eine lebhafte Diskussion, bei der technische Fragen (wie kann man Schutzmechanismen datensparsam durchsetzen, welche Dritten haben Zugriff auf meine Daten) ebenso eine Rolle spielten wie politische (welche Anpassungen oder Gesetze braucht es in Europa, um den Plattformen klare Vorgaben zu machen). Auch über die Frage nach einer Balance zwischen Jugendmedienschutz und der sozialen Teilhabe junger Menschen wurde diskutiert, und die Frage ob Europa den großen (US-amerikanischen oder chinesischen) Playern eigene Alternativen entgegensetzen kann.
Die anschließenden Fragen aus dem Publikum – sowohl von Mitgliedern des Unterausschusses Medien des Niedersächsischen Landtags, der zu politischen Gesprächen in Brüssel war, als auch von interessierten Gästen aus den Brüsseler Institutionen und Zivilgesellschaft – zeigten nochmal deutlich, wie aktuell und relevant das Thema ist.
Aufgrund des großen Interesses wurde die Veranstaltung zudem gestreamt (s. Video unten).

