Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei Doods zieht positive Bilanz der Delegationsreise nach Israel
Der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Staatssekretär Frank Doods, hat gemeinsam mit dem Landesbeauftragten gegen Antisemitismus, Dr. Gerhard Wegner, und einer Delegation aus einem Duzend Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen einer mehrtägigen Reise Israel besucht. Stationen waren Tel Aviv, Jerusalem, Be’er Scheva und Sderot. Im Mittelpunkt standen Gespräche zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit, zur humanitären und politischen Lage in der Region sowie zur Stärkung bestehender Partnerschaften. Die Delegation war am Montag gestartet und am gestrigen Freitagabend zurückkehrt.
Die Reise habe sich sehr gelohnt und sei geprägt gewesen von bedrückenden Begegnungen, beindruckenden und interessanten Gesprächen, so der Chef der Staatskanzlei, Frank Doods. „Der direkte Austausch vor Ort ist gerade in schwierigen Zeiten unverzichtbar, um Vertrauen zu vertiefen, Perspektiven zu erweitern und gemeinsame Zukunftsprojekte anzustoßen.“
Erinnerung und Verantwortung
In Yad Vashem gedachte die Delegation der Opfer der Shoah. „Die Erinnerung an die Shoah ist bleibender Auftrag und Verantwortung für Deutschland. Sie ist Grundlage unserer besonderen Beziehung zu Israel – und Mahnung, Antisemitismus, Hass und allen Formen der Relativierung unserer historischen Schuld entschieden entgegenzutreten“, sagte Staatssekretär Frank Doods.
Politischer Dialog in bewegten Zeiten
In der Knesset fand ein Austausch mit der Oppositionsvertreterin Matti Sarfatti Harcavi zur aktuellen politischen Lage statt. Während der gesamten Reise wurde deutlich, wie sehr der Angriff der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 das gesellschaftliche Leben und den Blick der israelischen Bevölkerung auf den Friedensprozess verändert hat.
In Ostjerusalem im Paulus-Haus erhielt die Delegation von Anke Schlimm, der deutschen Vertreterin in den palästinensischen Gebieten, ein ausführliches Briefing zur Lage in den Regionen. Im Anschluss tauschte sich die Delegation mit palästinensischen NGOs über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen aus. Dabei wurde die Komplexität und Sensibilität der gegenwärtigen Situation deutlich.
„Gerade in einer Phase großer Spannungen ist es entscheidend, im Gespräch zu bleiben. Wir wollen zuhören, unterschiedliche Perspektiven verstehen und zugleich deutlich machen, dass Sicherheit und politische Lösungen nur im Dialog gestärkt werden können“, betonte der Staatssekretär.
Bei einem Besuch in Sderot, das in unmittelbarer Nähe zum Gazastreifen liegt, und am Gedenkort des Nova Music Festivals gedachte die Delegation der Opfer des Terrorangriffs vom 7. Oktober und sprachen mit betroffenen Familien. „Hier wurde auf schmerzhafte Weise deutlich, welche menschlichen Tragödien hinter den aktuellen politischen und sicherheitspolitischen Debatten stehen“, sagte Staatssekretär Doods.
Innovation und Resilienz
Ein ganz anderer Schwerpunkt der Reise lag im Bereich wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Innovation. Unter anderem im „Peres Center for Peace and Innovation“ informierte sich die Delegation über technologische Entwicklungen und Zukunftsprojekte.
Beim Besuch des Tel Aviv Sourasky Medical Center etwa standen darüber hinaus Notfallmedizin, Krisenresilienz und die Erfahrungen des 7. Oktobers im Mittelpunkt.
Unternehmensbesuche bei Aleph Farms, Cognata, Synergy7 sowie Cymotive Technologies zeigten die Bandbreite technologischer Entwicklungen – von nachhaltiger Lebensmittelproduktion über autonome Mobilität und Cybersicherheit bis hin zu Energie- und Transformationslösungen.
An der Ben-Gurion-Universität des Negev informierte sich die Delegation über aktuelle Forschungsprojekte im Bereich Robotik und den erfolgreichen Transfer von Wissenschaft in marktfähige Anwendungen.
„Resilienz bedeutet in Israel weit mehr als Verteidigungsfähigkeit. Sie ist eine gesellschaftliche Haltung – sichtbar in Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmertum. Genau diese Verbindung aus Innovationskraft, Mut und internationaler Vernetzung bietet auch für Niedersachsen wertvolle Impulse“, so Doods.
Die Reise habe gezeigt, dass insbesondere in den Bereichen Mobilität, Cybersicherheit, Energie, Robotik und Verteidigungswirtschaft großes Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit bestehe.
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erstellt am:
23.02.2026
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