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Landesregierung beruft Klimarat für Niedersachsen - Bürgerrat wird Vorschläge zum Klimaschutz bewerten -

Die Landesregierung hat am (heutigen) Dienstag die Mitglieder des neuen Klimarates für Niedersachsen berufen. Das im Niedersächsischen Klimagesetz verankerte Gremium soll die Landesregierung künftig dabei unterstützen, Klimaschutzmaßnahmen praxisnah, sozial ausgewogen und wissenschaftlich fundiert umzusetzen. Außerdem sollen die vom Klimarat bewerteten und zusätzlich vorgeschlagenen Maßnahmen mit Bürgerinnen und Bürgern beraten werden. Die Zusammensetzung und Auswahl eines entsprechenden Bürgerrats soll mittels Zufallsauswahl mit Hilfe eines Losverfahrens erfolgen.

Der Klimarat besteht aus 15 Mitgliedern: sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen sowie neun Verbandsvertreterinnen und -vertretern. Der Vorsitz wird aus den Reihen der Wissenschaft gewählt und arbeitet unabhängig. Die Empfehlungen des Klimarats sollen anschließend von per Zufallsverfahren ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern ergänzt werden. Dabei wird auf eine sozial und demografisch ausgewogene Auswahl geachtet, sodass eine möglichst große Vielfalt in Bezug auf Einkommen, Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund und Bildungsstand gewährleistet wird – und die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger im Ergebnis einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Niedersachsens abbilden. Die Empfehlungen aus Wissenschaft und Verbänden werden zusammen mit den Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger einmal jährlich veröffentlicht und dem Landtag sowie der Landesregierung übergeben.

Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer betont die Bedeutung des neuen Verfahrens: „Diese breite Beteiligung in Sachen Klimaschutz ist einzigartig in Deutschland und stärkt den demokratischen Dialog.“ Als Energiewendeland Nr. 1 sei Niedersachsen bei der Energiewende und beim Umbau zur klimaneutralen Wirtschaft bereits auf Kurs: In den vergangenen drei Jahren konnten wir die Treibhausgasemissionen in Niedersachsen so stark senken wie seit 1990 nicht mehr. Doch die Herausforderungen bleiben groß, um in Niedersachsen bis 2040 in allen Sektoren klimaneutral zu werden.“

Mit dem unabhängigen Klimarat stelle das Land sicher, dass wissenschaftliche Expertise, praxisnahe Erfahrungen und Bürgerperspektiven zusammenkommen: „Wir wollen Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen in Niedersachsen gestalten – und nicht über ihre Köpfe hinweg. Über diese Plattform stellen wir sicher, dass die besten Ideen aus den unterschiedlichen Perspektiven in die Klimapolitik des Landes einfließen und wir nicht nur eine wissenschaftliche Beratung, sondern auch einen Praxischeck aus der Bevölkerung bekommen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Akzeptanz und Wirksamkeit des Klimaschutzes in Niedersachsen“, so Meyer. „Ich glaube, es ist sehr hilfreich, zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung von Vorschlägen zum Klimaschutz zu beteiligen und deren Meinung einzuholen. Oft kommen dabei sehr spannende Vorschläge heraus, die einfach umzusetzen sind und eine breite Zustimmung erfahren. Wir wollen Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen umsetzen – und nicht über ihre Köpfe hinweg.“

In den Klimarat des Landes Niedersachsen werden berufen:

Wissenschaftliche Mitglieder:

Name

Institution

Prof. Dr. Anne Schierenbeck

Hochschule Osnabrück, Professur für Energiemanagement

Prof. Dr. Ann-Kathrin Kößler

Leibniz Universität Hannover, Professur für Umweltverhalten und Planung

Prof. Dr. Bernd Engel

Technische Universität Braunschweig, Elenia Institut für Hochspannungstechnik und Energiethemen, Professur für nachhaltige Energiesysteme

Prof. Dr. Barbara Lenz

DLR-Sonderprofessur für Verkehrsgeographie an der Humboldt-Universität zu Berlin, Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (bis 2021)

Prof. Elisabeth Endres

Technische Universität Braunschweig, Professur für Gebäudetechnologie

Dipl.-Ing. agr. Bernhard Osterburg

Leitung der Stabsstelle Klima, Boden, Biodiversität am Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei


Weitere Mitglieder auf Vorschlag von Verbänden:

Name

Position

Vorgeschlagen von

Jens Palandt

Erster Regionsrat der Region Hannover, Dezernent für Umwelt, Klima, Planung und Bauen

Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens

Bianca Beyer

Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Unternehmerverbände Niedersachsen e. V.

Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. (UVN)

Björn Schaeper

Sprecher Umwelt der IHK Niedersachsen; Geschäftsführer IHK Oldenburg

IHK Niedersachsen (IHKN)

Gunter Stegemann

Energieberater, Handwerkskammer Hannover)

Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e. V.

Susanne Gerstner

Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen

BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ DEUTSCHLAND (BUND) Landesverband Niedersachsen e. V.

Prof. Dr. Holger Buschmann

Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen

NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Niedersachsen e. V.

Dr. Nataly Jürges

Referentin für Umweltrecht und -politik des Landesbauernverband

Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V.

Prof. Dr. Silke Bothfeld

Professorin für Internationale Sozial- und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Bremen

Deutscher Gewerkschaftsbund - Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt

Dr. Marie Kajewski

Diözesan-Caritasdirektorin und Vorstandsvorsitzende, Caritasverband für die Diözese Hildesheim e.V.

LAG der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e. V.

Bei der Auswahl wurde auf eine ausgewogene Besetzung und Gleichstellungsaspekten berücksichtigt. Außerdem wurden gezielt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen angefragt. Der Klimarat soll sich aktiv in die Ausgestaltung des Klimaschutzes in Niedersachsen einbringen und wird von der Landesregierung als wichtiger Impulsgeber für die Umsetzung des Niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG) verstanden.

Bei Fragen zu dieser Kabinetts-Presseinformation wenden Sie sich bitte an das zuständige Ministerium: pressestelle@mu.niedersachsen.de.

Presseinformationen Bildrechte: Niedersächsische Staatskanzlei

Artikel-Informationen

erstellt am:
24.02.2026

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946

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