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Erste Integrationskonferenz erarbeitet zahlreiche Verbesserungsvorschläge für die Sprachvermittlung

Mit einem Bündel an Vorschlägen für künftige Maßnahmen ist am (heutigen) Mittwoch die erste Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ in Hannover zu Ende gegangen. Unter der Überschrift „Werkstatt Sprache“ waren im Hannover Congress Centrum rund 500 Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik zusammengekommen, um sich über die praktischen Herausforderungen bei der Sprachvermittlung geflüchteter Menschen auseinanderzusetzen und Verbesserungsvor­schläge zu erarbeiten.

Hauptdiskussionspunkte der Konferenz waren eine bislang unzulängliche Abstimmung von Bildungsketten, der Wunsch, stärker auf lokaler Ebene zu koordinieren, der verstärkte Ein­satz von Online-Lernen sowie das Problem der Knappheit an geeigneten Lehrkräften. Die Konferenzteilnehmer haben sich für eine verstärkte Verzahnung auf lokaler Ebene ausge­sprochen. Das Land hat sich diesen Diskussionspunkten bereits im Vorfeld angenommen und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Um den „Angebotsdschungel“ im Bereich Sprachförderung zu lichten,

  • soll eine abgestimmte Bildungskette zu entwickelt werden. Vorschlag des Landes ist es, hierfür die Sicherstellung von Basissprachkursen in allen Kommunen zu gewährleisten. Bestandteil dieser Kurse ist die Feststellung des bisherigen individuellen Bildungsstan­des, um danach individuelle Beratung anbieten zu können. Bis Ende dieses Jahres sollen hiermit 33.000 geflüchtete Frauen und Männer erreicht werden. Der Bund muss seiner gesamtstaatlichen Verantwortung für die Integration der Flüchtlinge auch im Bereich der Sprachförderung besser gerecht werden, damit im Bereich der Basissprachkurse ein be­darfsgerechtes Angebot gestaltet werden kann.
  • für höherqualifizierte Flüchtlinge werden flächendeckend Sprachkurse angeboten, um diese beim Hochschulzugang zu unterstützen. Bis Ende 2016 können etwa 1.000 Flücht­linge diese Kurse besuchen


Um den Mangel an qualifizierten Lehrkräften für den Sprachunterricht zu mildern,

  • erhalten bis Ende dieses Jahres 1500 Lehramtsstudierende eine Basisqualifikation für „Deutsch als Zweitsprache“, damit sie im Sprachförderunterricht der Schulen und in Ein­richtungen der Erwachsenenbildung eingesetzt werden können.
  • zudem werden bis Ende dieses Jahres 2900 ehrenamtlich engagierte Frauen und Män­ner zu Sprachbegleiterinnen und Sprachbegleitern fortgebildet, um auch den Bereich der ehrenamtlichen Sprachförderung qualitätsgesichert zu unterstützen. Außerdem wird eh­renamtlichen Lehrkräften praxiserprobtes Unterrichtsmaterial kostenlos zugänglich ge­macht.
  • damit auch zukünftig ausreichend qualifizierte hauptberufliche Lehrkräfte zur Verfügung stehen, setzt sich das Bündnis für eine Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen ein.
  • das Land unternimmt weitere Anstrengungen bei der Personalgewinnung, indem der Be­werberkreis für befristete Einstellungen im Bereich „Spracherwerb“ in Schulen erweitert sowie das Einstellungsverfahren für Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand vereinfacht und beschleunigt wird.



Um den Bereich Online-Lernen sinnvoll ausbauen zu können,

  • wird das Land bis zum Herbst dieses Jahres ein Orientierungs- und Sprachlernportal ein­richten. Für alle Sprachniveaustufen sollen dort angepasste Angebote und Hinweise ge­geben werden – von Präsenzkursen bis zur Lern-App.
  • außerdem wird es Online-Sprachlernangebote zur Flankierung von Qualifizierungsmaß­nahmen insbesondere im ländlichen Raum geben.
  • zudem hat das Land vor, bis spätestens zum Ende des Jahres 2016 in allen seinen gro­ßen Aufnahmeeinrichtungen WLAN vorzuhalten.



Um geflüchtete Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter gut zu fördern und in den Unterricht integrieren zu können,

  • will das Land die regionale Koordinierung durch geeignete Ansprechpartner verstär­ken. Diese sollen Schulträger und Schulleitungen bei der Verteilung und Zuweisung der Schülerinnen und Schüler auf die Schulen unterstützen.
  • besondere Sprachfördermaßnahmen soll es außerdem für Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 19 Jahren geben, die aufgrund ihrer Vorbildung und ihres Potenzials in der Lage sind, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.


Das Land erweitert darüber hinaus das schon bestehende und erfolgreiche Projekt SPRINT (Sprach- und Integrationsprojekt) für diejenigen geflüchteten Mädchen und Jungen, die eine duale Berufsausbildung anstreben.

Presseinformationen
 

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Artikel-Informationen

16.03.2016

Ansprechpartner/in:
Pressestelle der Niedersächsischen Landesregierung

Nds. Staatskanzlei
Planckstraße 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-6946
Fax: 0511/120-6833

http://www.niedersachsen.de

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